Geschichte
"Auf dem Holzweg"...
...Erlebniswelt Mendlingtal - Ausflugsziel in Göstling an der Ybbs im
Mostviertel direkt beim Hochkar.
In unserer Region spielte seit jeher die Eisengewinnung durch den nahe gelegenen Erzberg in Eisenerz eine sehr große Rolle. Der Handel mit Erz und dessen Weiterverarbeitung war ein lukratives Geschäft. Eine Hauptroute für den Roheisentransport - den sgn. "Eisenwurzen" - war die Steirische/Niederösterreichische Eisenstraße vom Steirischen Erzberg ausgehend. Diese Straße führte über Hieflau, Landl, Gams durch Palfau nach Niederösterreich.
Das kostbare Erz wurde verkauft, bzw. getauscht und die neu erworbenen Waren wieder zurück in Richtung Eisenerz transportiert.
Die Verarbeitung des Eisens war von jeher an Gewässer gebunden, deren Wasserkraft man sich zu Nutze machte. Entlang von Bächen und Flüssen findet man zahlreiche Hämmer und Mühlen, die vom Wasser angetrieben wurden.
Um die Hämmer zu betreiben war jedoch auch ein anderer wichtiger Rohstoff
notwendig - das Holz.
Aus Holz wurde Holzkohle produziert, die für den Betrieb der Hammerwerke von
essentieller Bedeutung war. Rasch wurde das leicht zugängliche Holz der nahen
Wälder verarbeitet und große Waldflächen gerodet.
Nachdem der Holzbedarf ständig am wachsen war und es zu Versorgungsengpässen kam, mussten entferntere Gebiete erschlossen werden. Der Holztransport ist generell eine mühsame Angelegenheit, vor allem wenn keine Straßen vorhanden sind.
Aus diesem Grund wurde abermals auf die Kraft des Wassers zurück gegriffen und es wurden Bäche und Flüsse für den Holztransport genutzt. War die Wasserführung von so manchen Bächen zu gering, um Baumstämme aus dem Tal "schwimmen" (triften) zu lassen, so wurden Talsperren bzw. Klausen errichtet, mit deren Hilfe die Bäche zu kleinen Seen aufgestaut wurden. Wenn genügend Holz beisammen war, wurden die Schleusen geöffnet und die Holzstämme konnten so aus dem Tal transportiert werden. An Engstellen und an Punkten an denen sich das Holz leicht verklauste wurden Holzknechte stationiert, die mit Spezialwerzeigen (Flößerhaken und Sapinen) die Stämme weiterleiteten.
An Endpunkten - an denen das Holz wieder aus dem Wasser gefischt wurde, wurden sgn. Rechen erbaut. An diesen Rechen blieben die Baumstämme hängen und Sie wurden dann in Holzkanäle weitergeleitet.
Das gewonnene Holz wurde dann verkohlt zu Holzkohle in sgn Kohlenmailern. Das Holz wurde zerkleinert und aufgestapelt, diese errichteten Mailer mussten dann einige Tage glosen. Verwendet wurden sämtliche Holzarten, unabhängig von Qualität und Beschaffenheit. Auch astreines Holz , dass man eigentlich für den Holzbau verwenden würde, wurde genauso verkohlt. Der Bedarf an Holzkohle war so groß, dass keine Rücksicht genommen wurde.
Häufig war die Holzkohlengewinnung ein lukrativer Nebenerwerb der Bauern von damals.
Zu beginn wurde die Verarbeitung des Erzes direkt in Eisenerz durchgeführt. Nachdem aber Kohleproduktion dort sowie auch die zulieferung der Kohle schwierig wurde, wurden die eisenverarbeitenden Betriebe in waldreichere Regionen verlegt wie z.B. ins Ennstal oder aich ins Ybbstal. Von nun an wurde die Eisenindustrie in diesen Regionen prägend. Die Hochblüte erlbte die Eisenzei hier im 17. bzw. 18. Jahrhundert.
Die Lieferung des Erzes vom Erzberg aus ins Ybbstal war relativ mühsam. Es wurden vorort alternative Quellen gesucht und man wurde auch fündig. Eine Quelle war der Scheibenberg, ein Ausläufer des Gamssteins, von dort aus wurde das "Waldeisen" gewonnen.
Auf dem Fluss nahen Salza - in die auch der Mendlingbach mündet - wurde lange Zeit die Flößerei betrieben. Geflösst wurde auf Gewässern, die genügend Wasser führten um mi Flößen durch die Schluchten und Stromschnellen zu kommen. Auch auf der Salza gab es eine Talsperre, die Presceny-Klause. Die Schleusen wurden aufgeschlagen und die wagemutigen Flößer konnten auf Ihren Holzkonstruktionen die FLuten bezwingen. Heute ist dies nicht mehr notwendig - die Salza wird nun als Freizeitvergnügen mit Raftingbooten befahren. Man kann sich beim Rafting in Schlauchbooten genau ansehen, was die Flößer damals geleistet haben.
Näheres gibts unter www.raftingcamp.at

